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Selbsterfahrungskurse

Konzept für eine Selbsterfahrungsgruppe im Rahmen der VT-Ausbildung

In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich die Selbsterfahrung als fester Bestandteil der VT-Ausbildung etabliert. Im Kontrast der traditionellen VT, die Wissen über spezifische Störungsbilder und für deren Behandlung geeignete, wissenschaftlich fundierte Therapiemethoden sowie deren Anwendung vermittelt, sind die hierbei erlernten Kompetenzen nicht unmittelbar handlungsleitend, sondern gehen mittelbar durch die Wahrnehmung und Hinterfragung des eigenen Erlebens sowie der Interaktion mit dem Patienten in den Therapieprozess ein. Sie helfen dabei, eine stabile Arbeitsbeziehung mit dem Patienten zu schaffen, die Methoden und Schritte in der Therapie dem Patienten adäquat zu vermitteln sowie in Konfliktsituationen und Krisen vorhandene Potenziale für einen produktiven Fortgang der Behandlung zu nutzen. Als spezifische Inhalte der Selbsterfahrung sind eine Verbesserung der Selbstwahrnehmung, der Fähigkeit zur Selbstreflexion, die Entwicklung eines adäquaten Selbstkonzeptes, die Vergrößerung des Bewusstseins sowohl für eigene Defizite und "blinde Flecken" als auch vorhandener Ressourcen, sowie die Verbesserung der Fähigkeiten zur Wahrnehmung der eigenen Person in der Interaktion mit dem Patienten in der Therapie zu nennen.

In verschiedenen zu dieser Thematik durchgeführten Studien konnte nachgewiesen werden, dass Selbsterfahrung im Rahmen der VT-Ausbildung als wesentlicher Bestandteil des Erwerbs von Kompetenzen von den Teilnehmern erlebt wird. (siehe dazu Schön, 2001).

Als Orientierungshilfe für Leiter und Gruppenteilnehmer in der VT-Ausbildung hat sich eine Unterteilung des Bereiches der Selbsterfahrung in personorientierte und patientenorientierte Selbsterfahrung als nützlich erwiesen. Dabei ist in der personorientierten Selbsterfahrung eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person (z.B. Förderung von Fähigkeiten zur Selbstwahrnehmung, Überprüfung und Korrektur von Konzepten des Selbst) vorgesehen, während in der patientenorientierten Selbsterfahrung die Gestaltung der therapeutischen Beziehung und der Interaktion mit dem Patienten unter bewusster Einbeziehung der eigenen Person Inhalt sind. In der geplanten Selbsterfahrungsgruppe sollen diese beiden Anteile zeitlich gleich gewichtet werden (also je 60 Stunden), wobei die personorientierte Selbsterfahrung die erste Hälfte ausfüllen sollte. Die zeitliche Aufteilung soll zum einen – auf dem Hintergrund der Einschränkungen durch die berufliche und private Beanspruchung sowohl der Teilnehmer als auch des Leiters – der Notwendigkeit für längere intensive Prozesse und der Förderung der Gruppenkohäsion als auch der Möglichkeit einer eher kontinuierlichen Fortführung und Begleitung länger dauernder persönlicher Prozesse Rechnung tragen. Daher ist eine Mischung von einerseits größeren Blöcken am Wochenende sowie anderseits kontinuierlichen Abendterminen vorgesehen.

In der Durchführung der Veranstaltungen ist zum einen eine nachfolgend dargestellte inhaltliche Strukturierung geplant, die andererseits aber prozessorientiert durchgeführt werden soll, d.h. die individuellen Erfahrungen sowie die gruppendynamischen Vorgänge sollen adäquat berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass die vorgesehenen Inhalte in ihrer zeitlichen Abfolge flexibel gehandhabt werden, um auf die Bedürfnisse und Prozesse der Gruppe und der einzelnen Teilnehmer eingehen zu können sowie Freiraum für die Vertiefung bestimmter Themen zu behalten. Die Vermittlung der Inhalte in den einzelnen aufgeführten Bereichen soll unter Zuhilfenahme von Übungen und Techniken erfolgen, die aufgrund der lange Zeit mehr an Methoden ausgerichteten Haltung der Verhaltenstherapie in ihrem Ursprung meist anderen Therapierichtungen zuzurechnen sind (z.B. der Gestalttherapie), jedoch für eine Integration in verhaltenstherapeutische Konzepte (z.B. Selbstbeobachtung, Selbstmodifikation, Interaktionsanalyse) geeignet erscheinen (Sammlungen solcher Übungen beispielsweise Stevens (1984) oder Hippler/Görlitz (2001). Die patientenorientierte Selbsterfahrung soll großteils unter Rückgriff auf von den Teilnehmern durchgeführte Therapien, die von den Gruppenteilnehmern vorbereitet und selbständig eingebracht werden, erfolgen.

Vorgesehene Inhalte der personorientierten Selbsterfahrung

  • Verbesserung und Vertiefung von Fähigkeiten zur Selbstwahrnehmung
  • Bewusstmachen und Überprüfung wesentlicher Anteile des Selbstkonzepts
  • Erkennen von Rollenübernahmen und –zuschreibungen
  • Identifikation des eigenen Kommunikationsstils
  • Formen der emotionalen Selbstregulation
  • Lebensgeschichtliche Bedingungen und Erfahrungen in der Entwicklung des Selbstkonzeptes und wesentlicher Verhaltensmuster
  • Reflexion von Einstellungs-, Verhaltens- und Beziehungsmustern in verschiedenen Lebensbereichen (z.B. Beziehungen, Sexualität, Tod und Sterben)
  • Herausarbeiten vorhandener und sich im Gruppenprozess entwickelnder Veränderungswünsche und möglicher Wege dazu.


Vorgesehene Inhalte der patientenorientierten Selbsterfahrung

  • Therapeutische Sozialisation und Identität- Therapeutisches Beziehungsangebot und Gesprächsführung
  • Erkennen vorhandener Beziehungsmuster im therapeutischen Prozess
  • Abgrenzung gegenüber Patienten
  • Persönliche Ressourcen und deren Einsatz im therapeutischen Prozess- Ängste und Befürchtungen als Therapeut
  • Ethische Fragestellungen


Organisation und Kosten:
Freie Leiterwahl, Kurse werden im Institut von den Selbsterfahrungsleitern angekündigt, ein Aufnahmegespräch wird vor Kursbeginn individuell vereinbart.

Die nächsten geplanten Kurse finden Sie im Überblick.

Kosten:
Kosten pro UE 15,-- €
Kosten insgesamt € 1800,-- (zuzüglich Honorar für das Aufnahmegespräch)
Die Rechnungsstellung erfolgt direkt durch den Selbsterfahrungsgruppenleiter.

 

 

 

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Leiter

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Dipl. Psych. Schulze
Dr. Seeber

Individuelle Anmeldung

Bitte melden Sie sich direkt beim jeweiligen Selbsterfahrungs-gruppenleiter an.