Persönliche Einblicke in die KJP-Ausbildung am vfkv – Interview mit einem Ausbildungsteilnehmer
Warum entscheiden sich Menschen für die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in? Was macht den Ausbildungsalltag am vfkv aus und welche Erfahrungen prägen den Weg bis zur therapeutischen Tätigkeit?
In einem neuen Interview berichtet ein Ausbildungsteilnehmer der KJP-Ausbildung offen über seinen beruflichen Wechsel vom Lehramt in die Psychotherapie, seine ersten Eindrücke am Institut und darüber, was für ihn die Ausbildung am vfkv besonders macht. Dabei spricht er unter anderem über die persönliche Atmosphäre, die praxisnahe Vermittlung der Inhalte und die Begleitung durch Dozent:innen, Supervisor:innen und Mitarbeiter:innen des Instituts.
Das Interview erscheint zu einem besonderen Zeitpunkt: Nach aktuellem Stand sind am vfkv noch zwei Ausbildungsstarts für die Psychotherapie-Ausbildung für Psychologische Psychotherapeut:innen (PP) im Oktober 2026 und im April 2027 sowie ein Ausbildungsstart für die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen (KJP) im Januar 2027 geplant. Diese Ausbildungsstarts bieten voraussichtlich die letzten Möglichkeiten, die staatliche Psychotherapie-Ausbildung nach dem bisherigen Ausbildungsrecht am vfkv zu beginnen.
Im Interview erfahren Sie außerdem, welchen Rat der Ausbildungsteilnehmer Interessierten mit auf den Weg gibt und warum für ihn die persönliche Betreuung am vfkv ein entscheidender Faktor war.
Lesen Sie jetzt das vollständige Interview von Wolfgang W.:
1. Warum haben Sie sich für die KJP-Ausbildung entschieden – und weshalb fiel Ihre Wahl auf den vfkv?
Mir war die Arbeit als Lehrer auf Dauer nicht sinnstiftend genug. Im letzten Jahr war ich Klassenleiter einer Kooperationsklasse mit der Förderschule im gebundenen Ganztag. Viele der Schülerinnen und Schüler hatten aus meiner Sicht einen deutlichen psychotherapeutischen Unterstützungsbedarf. Als Lehrer lag mein Schwerpunkt jedoch zwangsläufig auf der Pädagogik. Für mich waren die eigentlichen Baustellen der Kinder aber häufig andere. Ich wollte näher an den Ursachen arbeiten und Kinder therapeutisch begleiten, anstatt mich überwiegend auf den schulischen Rahmen zu konzentrieren.
Zum vfkv bin ich über eine ehemalige Studienkollegin gekommen. Sie hatte sich nach dem Lehramtsstudium gegen das Referendariat und für die Ausbildung am vfkv entschieden und mir immer wieder begeistert von ihren Erfahrungen berichtet. Als ich schließlich selbst zum Vertrauenslehrer gewählt wurde und merkte, wie sehr mir Gespräche und die Begleitung von Kindern und Jugendlichen liegen, wurde mir klar, dass ich diesen Weg ebenfalls einschlagen möchte.
2. Wie haben Sie den Einstieg in die Ausbildung und die ersten Monate am Institut erlebt?
Die ersten Monate waren für mich durchaus mit Respekt verbunden. Als Lehramtsabsolvent war mir bewusst, welche hohen NCs Psychologiestudierende häufig für ihren Studienplatz erreichen müssen. Für mich war das immer auch ein Zeichen einer sehr hohen Leistungsbereitschaft. Entsprechend hatte ich anfangs großen Respekt davor, nun gemeinsam mit vielen von ihnen die Ausbildung zu absolvieren. Gerade vor der Zwischenprüfung habe ich mich deshalb selbst ziemlich unter Druck gesetzt.
Mit der Zeit wurde ich jedoch immer entspannter. Spätestens nach der theoretischen Zwischenprüfung hatte ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Dazu hat auch das vfkv wesentlich beigetragen. Die Dozentinnen und Dozenten haben immer wieder betont, dass wir uns nicht unnötig unter Druck setzen sollen und dass die Ausbildung ein Lernprozess ist. Diese Haltung hat viel zur Entspannung beigetragen und eine Atmosphäre geschaffen, in der man sich fachlich und persönlich gut entwickeln kann.
3. Welche Inhalte oder Erfahrungen haben Sie bisher als besonders hilfreich für Ihre therapeutische Arbeit empfunden?
Besonders wertvoll fand ich die vielen persönlichen Erfahrungen aus der praktischen Arbeit der Dozentinnen, Dozenten und Vortragenden. Herausfordernde Situationen wurden oft sehr anschaulich geschildert und gemeinsam besprochen. Dadurch konnte man sich gut in die spätere therapeutische Tätigkeit hineinversetzen und ein realistisches Bild des Berufs entwickeln.
Aus meiner Perspektive als Lehrer möchte ich außerdem hervorheben, dass viele Vorträge didaktisch hervorragend aufgebaut waren. Sie waren praxisnah, modern und sehr handlungsorientiert gestaltet. Dadurch fiel es leicht, die Inhalte nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie auch mit konkreten Situationen aus dem therapeutischen Alltag zu verknüpfen.
4. Was zeichnet den vfkv aus Ihrer Sicht als Ausbildungsinstitut besonders aus?
Aus meiner Sicht zeichnet den vfkv vor allem die persönliche und familiäre Atmosphäre aus. Man fühlt sich von Anfang an sehr gut betreut. Wenn es einmal ein Problem oder eine Unsicherheit gab, hatte ich immer das Gefühl, auf ein offenes Ohr zu treffen. Mir begegneten viel Empathie, Verständnis und gleichzeitig nie unnötiger Druck. Das habe ich besonders geschätzt, weil ich es aus meiner bisherigen Studienzeit auch ganz anders erlebt hatte.
5. Wie erleben Sie die Begleitung durch Dozent:innen, Supervisor:innen und die Mitarbeiter:innen des Instituts?
Das knüpft für mich direkt an den vorherigen Punkt an. Besonders hervorheben möchte ich die Menschen am vfkv. Ob Dozent:in, Supervisor:n oder die Mitarbeiter:in im Büro – alle sind jederzeit ansprechbar und begegnen den Ausbildungsteilnehmenden auf Augenhöhe. Gerade die tägliche Erreichbarkeit und das familiäre Miteinander vermitteln das Gefühl, persönlich begleitet zu werden und nicht einfach nur eine Person unter vielen zu sein.
6. Welchen Rat würden Sie Interessierten geben, die überlegen, sich für den letztmaligen KJP-Ausbildungsstart im Januar 2027 zu bewerben?
Ich denke, es gibt durchaus einige gute Ausbildungsinstitute. Wer sich für das vfkv entscheidet, entscheidet sich meiner Meinung nach für einen persönlichen und familiären Ausbildungsweg. Für mich war dies damals wichtiger als beispielsweise das Image einer großen Hochschule.
Als Lehrer sage ich meinen Schülerinnen und Schülern immer: „Es gibt keine blöden Fragen.“ Im Ausbildungsalltag merkt man dann aber selbst, dass man doch immer wieder vermeintlich kleine oder einfache Fragen hat. Genau das habe ich am vfkv besonders geschätzt: Diese Fragen wurden jederzeit freundlich, mit guter Laune und viel Verständnis beantwortet. Dadurch fühlt man sich ernst genommen und hat nie Angst, Fragen zu stellen – auch wenn sie vielleicht an anderer Stelle bereits beantwortet wurden.
Herzlichen Dank
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn W. für seine Offenheit und die persönlichen Einblicke in seinen Ausbildungsweg. Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen und persönlichen Weg alles Gute und viel Erfolg bei seiner zukünftigen Tätigkeit als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.
