Schlagwortarchiv für: Elterliche Einbindung

Zwangsstörungen zählen mit 1-3% zu den häufigen psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die kognitive Verhaltenstherapie, insbesondere die Exposition mit Reaktionsmanagement, stellte einen zentralen Bestandteil der Behandlung dar. Häufig sind jedoch nicht nur die betroffenen Kinder selbst durch die Symptomatik betroffen und belastet, sondern auch Eltern und Geschwister werden in den Krankheitsprozess miteinbezogen. Dies kann zu erheblichen Einschränkungen des Familienalltags sowie zu Belastungen in den Beziehungen zu Gleichaltrigen führen. Wenngleich vor dem Hintergrund eines multifaktoriellen Entstehungsmodells klar festzuhalten ist, dass Eltern nicht für die Entstehung einer Zwangsstörung verantwortlich sind, zeigt sich dennoch, dass das elterliche Verhalten einen relevanten Einfluss auf die Aufrechterhaltung und Ausweitung der Symptome haben kann. Das Bedürfnis der Eltern, ihr Kind in belastenden Situationen zu beschützen oder zu entlasten, ist gut nachvollziehbar und stellt außerhalb psychischer Erkrankungen einen wichtigen Bestandteil elterlicher Fürsorge dar. Bei klinisch bedeutsamen Zwangssymptomen erweist sich dieses Verhalten jedoch als kontraproduktiv.
Diese Form der elterlichen Anpassung, auch als „Family Accommodation“ bezeichnet, kann die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Interventionen deutlich reduzieren und zur Verstärkung der Symptomatik beitragen. Im Rahmen des Seminars wird erarbeitet, welche Formen elterlicher Einbindung auftreten können und welche therapeutischen Interventionsmöglichkeiten sich in der Zusammenarbeit mit den Eltern ergeben.

 

Dozentin

Dr. rer. nat. Juliane Ball hat als Entwicklungspsychologin promoviert und ihre Weiterbildung in Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche am IVV Marburg absolviert. Nach ihrer Tätigkeit in den kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätskliniken in Marburg und Würzburg ist sie aktuell als leitende Psychologin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Zürich tätig. Dort arbeitet sie im Ambulatorium Zürich mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sowohl in Einzel- als auch Gruppentherapie. Zu ihren Schwerpunkten gehören neben Tic- und Zwangsstörungen die Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen. Als zertifizierte SPACE-Therapeutin und Supervisorin widmet sie sich vor allem der Arbeit mit Eltern von Kindern mit Zwangs- und Angststörungen. Neben ihrer klinischen Arbeit weist sie ein vertiefendes Interesse in der klinischen Forschung in ihren Spezialgebieten auf.

Zielgruppe

Psychologische/ärztliche Psychotherapeut:innen
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen
Psychotherapeut:innen in Ausbildung

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Veranstaltung um eine Fortbildung ausschließlich für Fachpersonal handelt.


Datum und Ort
27. April 2026, 18:00- 21:00 Uhr
Online-Veranstaltung

Die Zugangsdaten erhalten Sie rechtzeitig, spätestens einen Tag vor der Online-Veranstaltung per E-Mail vom vfkv – Ausbildungsinstitut München gGmbH zugesandt, den Zahlungseingang vorausgesetzt. Bitte kontrollieren Sie auch Ihren Spam-Ordner. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an das vfkv – Ausbildungsinstitut München gGmbH.

Kosten
80,00 EUR

Fortbildungspunkte
Für diese Veranstaltung erhalten Sie Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer Bayern

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