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Moderne Traumatherapie ist zwar immer noch „Stabilisierung – Konfrontation – Integration“, aber darüber hinaus sollten zuerst ein paar Dinge geklärt sein: handelt es sich um eine sogenannte frühe, das heißt vorsprachliche Traumatisierung (implizite Erinnerungen im rechten Gehirn) oder gibt es Erinnerungsfragmente im expliziten Gedächtnis (linkshirnig), mit denen wir arbeiten müssen? Sind die Beschwerden die Folge einer einmaligen Hochstresserfahrung oder liegt eine langjährige Entwicklungstraumatisierung in der Kindheit oder Jugend vor? Welche basalen Verteidigungsreaktionen (Flucht, Kampf, Unterwerfung, Einfrieren, Bindungsschrei) haben sich chronisch verfestigt? Brauchen wir ein Reset der basalen Emotionen mit Hilfe von „emotional imagery“? Um all diesen Fragen nachzugehen und einen Plan für ein strukturiertes Vorgehen zu entwerfen, greifen wir auf moderne Konzepte der Hypno-, EMDR- und Teiletherapie zurück: die Arbeiten von Janina Fisher zu den Verteidigungsreaktionen, auf Sandra Paulsen und ihrer Arbeit mit vorsprachlichen Traumata auf der Basis von Jaak Panksepp sowie Dr. Jochen Peichls langjährige Erfahrung mit der Nutzung von Hypnotherapie und Ego-State-Therapie bei der Behandlung von Menschen mit traumaassoziierten Störungen.

Dozent
Dr. med. Jochen Peichl
ist Facharzt für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Neurologie und ist in eigener Kassenpraxis, als Trainer für Ego-State- und Traumatherapie tätig. Bis Ende 2010 war er Oberarzt in der Klinik für Psychosomatik am Klinikum Nürnberg. Er ist weitergebildet als Psychoanalytiker und Psychodrama- und Gruppentherapeut. Von 1989 bis 1992 war er Leiter der „Schlaf- und Traumforschung“ der Abteilung für Psychosomatik an der Universität München. Ab Juli 1992 war er leitender Oberarzt der Klinik für Psychosomatik am Klinikum Nürnberg, wo er eine Abteilung zur Behandlung von Menschen mit Traumafolgestörungen gründete und 20 Jahre leitete. Er absolvierte eine Weiterbildung in EMDR-Therapie, Ego-State-Therapie und Hypnotherapie. Im Dezember 2010 gründete er das Institut für Hypno-analytische Teilearbeit und Ego-State-Therapie in Nürnberg.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Somatoforme Störungen, Borderline-Störungen, traumaassoziierte Störungen und Lehre als Weiterbilder. Er ist Autor mehrerer Bücher und Fachartikel zu den Themen Arbeit mit inneren Anteilen und Behandlung von Traumafolgestörungen.

Übersichtsliste seiner Publikationen

Datum und Ort
22.07.2020, 09:30 – 17:00 Uhr
vfkv Ausbildungsinstitut München, Lindwurmstr. 117, München

Kosten
160,00 EUR

Fortbildungspunkte
Für diese Veranstaltung erhalten Sie 10 Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer Bayern.

Buchung

In diesem Seminar wird auf die Besonderheiten der aufrechterhaltenden Faktoren bei der PTBS eingegangen (Modell von Ehlers und Clark) und welche Interventionen verwendet werden können, um den Teufelskreis der Aufrechterhaltung auflösen zu können. Die Teilnehmenden werden Techniken erlernen, die der Affektregulation und Affektkontrolle bei selbstschädigendem Verhalten (in Anlehnung an DBT-Skillstraining) und Selbstberuhigung (insbesondere imaginativ-hypnotherapeutische Techniken, in Anlehnung an Reddemann) dienen, sowie Interventionen zur Reorientierung und Unterbrechung intrusiver Symptome. Weiterhin werden kognitive Techniken zur Bearbeitung von Schuld- und Schamgefühlen vermittelt. Diese können in Kleingruppen eingeübt werden. Zudem werden Interventionen im Umgang mit dem Gefühl Ekel dargestellt, auch hier gibt es die Möglichkeit, diese einzuüben. Darüber hinaus wird das Erstellen von Notfallplänen und Notfallkoffer vertieft und vermittelt, wie in der Traumatherapie Ressourcen der Patienten gefördert und genutzt werden können.

Dozentin
Dipl.-Psych. Almuth Maria Böhm
Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene mit Zusatzausbildung für Kinder und Jugendliche, studierte Psychologie an der Universität Tübingen und arbeitete von 2007 bis 2011 in der Ambulanz der Klinik & Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der LMU München. Seit 2011 war sie in der CIP Klinik Dr. Schlemmer in Bad Tölz auf der Depressions-, Trauma- und Borderline-Station tätig, seit 2016 als Leiterin der Trauma-Station.
Sie ist DeGPT-zertifizierte Traumatherapeutin, DBT-Therapeutin und VT-Supervisorin.

Datum und Ort
13.06. & 14.06.2020, jeweils 09:00 – 17:3o Uhr
vfkv Ausbildungsinstitut München, Lindwurmstr. 117, München

Kosten
390,00 EUR

Fortbildungspunkte
Für diese Veranstaltung erhalten Sie 22 Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer Bayern.

Buchung