Kursreihe: Psychotherapie nach existentiellen Verlusten

 

In dieser Kursreihe geht es vor allem um die Begleitung von Eltern nach dem Tod ihres Kindes. Diese Situation unterscheidet sich in vielfältiger Weise von anderen Verlusterlebnissen und Traumatisierungen und stellt besondere Anforderungen an die Behandler. Oftmals erleben sich entsprechende Eltern in den herkömmlichen psychotherapeutischen Angeboten unverstanden und kaum wahrgenommen. Auch primär traumafokussierte Herangehensweisen missachten oftmals die spezifische Situation verwaister Eltern und den Stellenwert der Trauer als wegweisende Ressource.

Ziel dieses Kurses ist es, PsychotherapeutInnen auf die Situation von Familien nach dem Tod eines Kindes vorzubereiten und dabei therapeutische Vorgehensweisen sowohl für die Akutsituation als auch die Langzeitbegleitung zu vermitteln. An Teilen des Seminars werden auch Betroffene sowie Vertreter des Vereins „Verwaiste Eltern München e.V.“ teilnehmen. Ziel der Workshops ist Praxis. Die TeilnehmerInnen sollen ermutigt werden, sich dem Thema zu öffnen und zukünftig mit entsprechenden Eltern zu arbeiten. Daher geht es in diesem Kurs vor allem um anwendungsrelevantes beispielhaftes Arbeiten mit Übungssequenzen, Rollenspielen und konkreten Handreichungen.

Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt. Die Reihe ist nur gesamt als Block belegbar.

Wir freuen uns, diese Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein „Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e. V.„ durchzuführen.

 

 

 

 

 

Inhalt & Termine

Basisseminar „Existentielle Trauer“
Dr. David Althaus
Freitag, 08.06.2018 von 18.00 – 21.15 Uhr
Samstag, 09.06.2018 von 09.30 – 12.45 Uhr

Grundlagen, Diagnostik, Abgrenzung zu Depression, Kriterien für schwierige Trauerverläufe, Trauerforschung, die Lebenssituation trauernder Menschen, Traueraufgaben, die Bedeutung von Ritualen, Therapieindikation, die therapeutische Begegnung mit trauernden Menschen, das Erstgespräch und die Akutbegleitung

 

Das Trauma in der Trauer
Hanne Shah
Freitag, 22.06.2018 von 18.00 – 21.15 Uhr
Samstag, 23.06.2018 von 09.30 – 12.45 Uhr

Diagnostische Abgrenzung, Umgang mit traumaassozierten Triggern, Besonderheiten beim Trauma „Tod eines Kindes“. Konkrete traumaspezifische Vorgehensweisen in der Therapie verwaister Eltern, wenn sich Trauer-und Trauma Symptome stark überschneiden. Klärung von unterschiedlichen Schuldbegriffen, Umgang mit Schuldgefühlen, Schuldzuweisungen und welche Möglichkeiten es gibt, verwaiste Eltern zu begleiten, wenn juristische Schuld von außen besteht.

Psychohygiene: wie umgehen mit der eigenen Betroffenheit und Angst?
Dr. David Althaus
Freitag, 06.07.2018 von 18.00 – 21.15 Uhr
Auch viele Fachkräfte scheuen die Arbeit mit Eltern nach dem Tod eines Kindes und fürchten sich vor Überforderung. Wohl kaum etwas berührt uns mehr, als der Tod eines Kindes. Wie sind die Erfahrungen mit Tod, Verlust und Trauer in der eigenen Biografie. Wie umgehen, mit der eigenen emotionalen Fragilität? Wie kann man Trauernden begegnen, ohne die eignen Grenzen zu missachten. Die Rolle von Intervison, Supervision und Psychohygiene.

Die Situation von Eltern nach dem Tod eines Kindes aus Sicht des Vereins „Verwaiste Eltern München e.V.“
Freya von Stülpnagel
Samstag, 07.07.2018 von 09.30 – 12.45 Uhr
Was bietet der Verein an, welche Hilfen haben sich bewährt, auf welche Schwierigkeiten stoßen trauernde Mütter und Väter? Welche Angebote gibt es in der Akutbegleitung und in längerfristigen Trauergruppen? In welchen Fällen wird zusätzliche professionelle Unterstützung benötigt. Inwieweit können sich Psychotherapie und Trauerbegleitung sinnvoll ergänzen.

Trauer im Wandel
Dr. David Althaus
Freitag, 20.07.2018 von 18.00 – 21.15 Uhr
Samstag, 21.07.2018 von 09.30 – 12.45 Uhr

Längerfristige Therapieplanung und zentrale Therapieinhalte innerhalb verschiedener Therapiephasen: Methoden der Stabilisierung, Hilfen bei der Realisierungsarbeit, Einsatz psychoedukativer Elemente (z.B. für Umgang mit Geschwisterkindern), Umgang mit Schmerz und Techniken zur emotionalen Stabilisierung, Einsatz von Entspannungsverfahren, Erschließung alter und neuer Ressourcen. Unterstützung bei der Neudefinition der eigenen Werte und Rollen, Erarbeitung neuer Lebensperspektiven, Stärkung der Verbindung zum verstorbenen Kind (hypnosystemische Ansätze).

Die Referenten

Dr. Dipl.-Psych. David Althaus ist niedergelassener Psychotherapeut in Dachau. Er ist Supervisor und Ausbildungsreferent beim VFKV München. 2004 promovierte er zum Thema Suizidprävention und publizierte mehrere Bücher zu den Themen Trauer und Depression. Der Schwerpunkt seiner Praxistätigkeit liegt in der Arbeit mit Eltern nach dem Tod eines Kindes. Seit über 10 Jahre kooperiert er eng mit dem Verein „Verwaiste Eltern München e.V.“ und er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Verwaisten Eltern Deutschland (VEID e.V.)

Hanne Shah ist Fachberaterin für Psychotraumatologie und Trauerbegleiterin.Sie berät schwerpunktmäßig Eltern, die durch den plötzlichen Tod eines Kindes betroffen sind (bundesweit und international). Sie war nach mehreren Großschadensereignissen in der psychologischen Nachsorge tätig. Sie ist Autorin und Referentin mit dem Schwerpunkt Trauer und Krisenintervention in Schulen, sowie der Begleitung von Familien mit Fluchterfahrung.

Freya von Stülpnagel, verheiratet, 4 Kinder, 3. Kind 1998 im Alter von 18 Jahren verstorben. Die Juristin ist seit 1999 als Trauerbegleiterin tätig und Vorstandsmitglied bei Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e.V. Sie leitet dort eine Gruppe für Angehörige nach Suizid und ist Initiatorin des Projekts „Primi Passi“, das Eltern in der Akutphase nach dem Tod eines Kindes zur Seite steht. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher zum Thema Trauer und wurde für ihr Engagement mit dem Bayerischen Verdienstorden und der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Fortbildungspunkte

Sie erhalten für die gesamte Kursreihe 40 Fortbildungspunkte.

Kosten

Die Kosten für die Kursreihe 520,00 EUR.

Ausbildungsteilnehmer der vfkv gGmbH (nur PP- und KJP-Vollausbildungen) erhalten eine Ermäßigung von 30%.

Anmeldung

Zur Anmeldung bitte hier klicken und Sie werden automatisch zu unserem Online-Buchungsportal weitergeleitet.

Ansprechpartner

Bei Fragen zu dieser Fortbildung wenden Sie sich bitte an Frau Annika Kubla.